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Berliner Morgenpost 24. Januar 2001

… ganz köstlich amüsiert

Manuela und Ingo Hopf unterhalten mit Alt-Berliner Gassenhauern auf ihrer Drehorgel

VON MATTHIAS MATERN Rosenthal - „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, Pankow war sein Ziel ..."‚ schmettert Ingo Hopf mit kräftiger Stimme den Auftakt des Alt-Berliner Gassenhauers. Die passende Melodie dazu entlockt der stattliche Pankower mit der Pickelhaube auf dem Kopf seiner Drehorgel. Neben ihm steht, im nostalgischen Kostüm, seine Frau Manuela und wiegt sich ebenfalls singend im Takt. Als „Bärchen und Berolinchen" sind Ingo und Manuela Hopf nicht nur an der Spree bekannt. Ob im Fernsehen oder auf der Weihnachtsfeier. die beiden spielen überall und das mit Erfolg.

Dass Ingo und Manuela Hopf äußerst begehrt sind, zeigt schon ein Blick in ihr Fotoalbum: „Das war 1990, als ich in der Fernsehserie ,Die drei Damen vom Grill' aufgetreten bin", erzählt Manuela stolz und verweist auf ein Foto, das sie gemeinsam mit Harald Juhnke zeigt.


Daran erinnert sich Berolinchen besonders gerne: „Die Serie habe ich als Kind oft gesehen". Manuela Hopf blättert weiter, denn auf den folgenden Seiten warten weitere schöne Erinnerungen auf Hochglanz-Papier „Dort sind wir 1999 auf dem Gartenfest des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog im Schloss Bellevue gewesen. Frau Herzog hat uns ein signiertes Kochbuch geschenkt", erzählt Ingo Hopf. Manuela nickt. „Sehr nette Leute", fügt sie hinzu. Die Liste der Prominenten ist lang. Volker Rübe, Eberhard Diepgen und Johannes Rau, alle haben sie an Ingo und Manuela Hopfs Drehorgeln gekurbelt. Dafür hat jeder einen Orden in Form eines roten Herzchens erhalten. Diese Auszeichnung wird aber nicht nur bekannten Persönlichkeiten zuteil. „Das Publikum wird bei unseren Auftritten immer einbezogen", sagt Ingo Hopf. Neben deutschen Schlagern haben Ingo und Manuela auch bekannte Lieder auf Französisch und Englisch im Repertoire. Rund 200 Melodien für die Drehorgel schlummern auf so genannten Lochbändern im Keller ihres Hauses in Pankow. „Unsere besondere Liebe gilt aber der Alt-Berliner Musik", schwärmt Manuela. Wer Bärchen und Berolinchen bucht, den erwartet auf Wunsch eine Zeitreise in das alte wilhelminische Berlin. Nicht nur bekannte Schlager und historische Kostüme gehören zum Programm, auch alte Geschichten aus Zilles Zeiten geben die beiden dann zum Besten. Zum Drehorgelspielen kam Manuela Hopf 1988 aus Zufall. Ausschlaggebend war ein Venedigurlaub. Eine Reisebekanntschaft — heute eine gute Freundin — fragte sie damals, ob sie nicht mit auf das Drehorgelfest im Sommer kommen wolle. Dort feierte Manuela Hopf dann Anfang Juli nicht nur ihren Geburtstag bei „Musike" aus dem Leierkasten, sondern entdeckte auch die Faszination der Drehorgel für sich. „Gleich am nächsten Tag habe ich mir eine eigene gekauft; eine Raffin-Orgel", erinnert sich Berolinchen. Mittlerweile hat das Ehepaar drei Drehorgeln. Alle vom selben Hersteller. „Die Firma Raffin sitzt am Bodensee und baut seit 40 Jahren Drehorgeln", sagt Ingo Hopf. Trotz ihres vollen Terminkalenders ist das Drehorgelspielen für Bärchen und Berolinchen nur ein Hobby. „Wir verdienen uns damit ein gutes Zubrot", sagt Ingo Hopf. der hauptberuflich als Lehrer arbeitet. Manuela Hopf ist Verwaltungsangestellte. Auf den Gedanken. dass mit dem Hobby auch Geld zu verdienen ist, sind die beiden bereits 1988 während eines Spaziergangs gekommen. Mit der gerade erst gekauften Drehorgel schlenderte das noch unverheiratete Paar entlang der Tegeler Greenwich-Promenade. Nur aus Spaß habe sie damals an der Kurbel gedreht, erzählt sie. Als die beiden allerdings weiterzogen, hätten einige ältere Menschen gefragt ob sie nicht den Hut kreisen lassen möchten. „Die wollten uns Geld geben", bestätigt Ingo Hopf amüsiert.
Ende Juni sind Bärchen und Berolinchen auch in Alt-Tegel zu hören. Dort treffen sie sich mit Gleichgesinnten zur zweiten internationalen Drehorgelparty. Davor aber steht für Manuela Hopf Frankreich auf dem Programm. Das ist nicht das erste Mal, dass sie dem Ruf ins Ausland folgt Vor anderthalb Jahren flog Berolinchen samt Leierkasten bereits nach Chicago. Damals ging sie mit „Bolle- auf Reisen in die Vereinigten Staaten. Heute heißt ihr gemeinsames Ziel Paris.

Mit Pickelhaube und maßgeschneidertem Kostüm: Ingo und Manuela Hopf aus Pankow als Bärchen und Berolinchen mit einer der drei Drehorgeln.

Mit freundlicher Genehmigung der Axel Springer Syndication GmbH

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